Wenn das Klima kippt - Zweiteilige ZDF-»planet e.«-Dokumentation
zur UN-Klimakonferenz

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Der grönländische Schamane Angaangaq (c) ZDF/Ralf Gemmecke

Sonntag, 5. November 2017, 16.30 Uhr / Sonntag, 12. November 2017, 14.55 Uhr - Ab 5. November in der ZDF-Mediathek

ZEITPUNKT-MAGAZIN - Der 80-jährige Schamane Angaangaq hat sein Leben dem Kampf gegen den Klimawandel gewidmet. Seiner arktischen Heimat droht der Untergang. Er ist der »Älteste« der grönländischen Inuit und berichtet der Welt von den dramatischen Veränderungen, die in seiner Heimat geschehen. Der gewaltige Eispanzer, der auf Grönland liegt, droht zu schmelzen. Es wäre eine Katastrophe für die ganze Menschheit.

Angaangaq ist ein international gefragter Repräsentant der Inuit. Bei seinen Vortragsreisen in aller Welt schlägt er Alarm: Das Inlandeis schmilzt schneller als je zuvor. Von 2011 bis 2014 waren es jährlich etwa 270 Milliarden Tonnen Eis, die zu Wasser wurden. Eisfreie Gebiete heizen sich schneller auf und beschleunigen den Schmelzvorgang. Hinzu kommt die Gefahr, dass Teile des Inlandeises komplett ins Meer abrutschen. Sollte der gesamte Eispanzer Grönlands schmelzen, würde der Meeresspiegel weltweit um etwa sieben Meter steigen. Ein Temperaturanstieg von zwei Grad Celsius könnte möglicherweise schon genügen, um diesen Prozess unumkehrbar zu machen. Die Heimatdörfer der Inuit, die alle an der Küste liegen, würden ein Opfer der Fluten – die weltweiten Folgen wären unabsehbar.

Hurrikan »Irma« und andere Überschwemmungen
Schon heute versinken ganze Großstädte im Meer. Im amerikanischen Miami Beach liegen Straßen und Häuser gerade mal einen Meter über dem Meeresspiegel. Immer häufiger steigt das Wasser aus den unterirdischen Kanälen auf und flutet die ganze Stadt. Hunderte Millionen von Dollar werden in Pumpen und Dämme investiert. Ganze Straßenzüge werden angehoben. Aber spätestens Hurrikan »Irma« hat gezeigt: Auch mit viel Geld lassen sich Küstenstädte nicht vor den Folgen des Klimawandels schützen.

Was bedeutet das für die Länder, die zu den ärmsten der Welt zählen – wie Bangladesch? Überschwemmungen zerstören regelmäßig gewaltige Landstriche – und damit die Lebensgrundlage für unzählige Familien. Viele verlassen ihre Heimat – andere versuchen mit ungewöhnlichen Ideen, irgendwie zu überleben: »Schwimmende Gärten« sind ein solches Projekt. Auf Wasserhyazinthen und Kompost wird Gemüse angebaut. Steigende Meeresspiegel sind dann keine Gefahr. Doch kann das Land so seine Ernährungsprobleme lösen? Und Bangladesch ist nur ein Beispiel. Schließlich führt der Klimawandel auf allen Kontinenten dazu, dass ganze Ernten vernichtet werden – oder in bestimmten Regionen Landwirtschaft unmöglich wird. Die Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung sehen Experten in großer Gefahr.

Sibirien als Kornkammer der Welt?
Manche meinen, dass der Klimawandel auch neue Anbaugebiete erschließen könnte. Demnach hätte Sibirien das Potenzial, einst vielleicht zur Kornkammer der Welt zu werden. Tatsächlich gehen derzeit gewaltige Veränderungen im Norden Russlands vor sich. Doch die verheißen derzeit gar nichts Gutes. Mit Paul Overduin geht »planet e.« auf Expeditionsreise nach Sibirien. Der Forscher des Alfred-Wegener-Instituts ist regelmäßig am Ufer des Nordpolarmeeres unterwegs. Dort lässt sich besonders gut beobachten, welche Auswirkungen steigende Temperaturen auf das Meer und den Permafrost-Boden haben. Sibirien versinkt im Schlamm. Das ewige Eis taut – schneller als je zuvor.

Die große Sorge der Forscher: Unmengen an CO2 und Methangasen könnten freigesetzt werden, die den Klimawandel noch weiter beschleunigen. Denn: Allein auf der Nordhalbkugel ist ein Viertel der Landmassen von Permafrost geprägt – unfassbare 23 Millionen Quadratkilometer.

Die Dokumentation
Der grönländische Schamane Angaangaq ist die zentrale Figur in dieser Dokumentation, die die ganz wesentlichen Themen des globalen Klimawandels aufgreift. Experten nehmen Stellung und ordnen ein: Welche Veränderungen erleben wir Menschen schon heute? Was bedeutet das für die Zukunft? Und was können wir eigentlich noch tun?

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