»Wir stehen für ein Wir« - Die Kolpingjugend lehnt die Positionen der AfD ab
Geschrieben von Zeitpunkt am 20. April 2017 um 10:46:47

ZEITPUNKT-MAGAZIN – Der Bundesparteitag der Alternative für Deutschland (AfD) soll an diesem Wochenende ein Programm zur Bundestagswahl beschließen. Die Kolpingjugend nimmt dies zum Anlass, um auf ihren Beschluss »Wir stehen für ein Wir« hinzuweisen. In der Auseinandersetzung mit dem Grundsatzprogramm grenzt sie sich auf Basis des christlichen Leitbildes entschieden von den Positionen der AfD ab. 


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ZEITPUNKT-MAGAZIN Der Bundesparteitag der Alternative für Deutschland (AfD) soll an diesem Wochenende ein Programm zur Bundestagswahl beschließen. Die Kolpingjugend nimmt dies zum Anlass, um auf ihren Beschluss »Wir stehen für ein Wir« hinzuweisen. In der Auseinandersetzung mit dem Grundsatzprogramm grenzt sie sich auf Basis des christlichen Leitbildes entschieden von den Positionen der AfD ab.

»Als katholischer Jugendverband mit Sitz in Köln möchten wir darauf hinweisen, dass Köln eine liberale und weltoffene Stadt ist, in welcher unser Verbandsgründer Adolph Kolping mit seinem Einsatz für heimatlose Wandergesellen bereits im 19. Jahrhundert ein Zeichen für Offenheit und Solidarität setzte. Diese Werte sind für uns auch heute grundlegend für unser Engagement. Mit ihren Aussagen gegen Fremde widerspricht die AfD diesen Grundgedanken zutiefst«, erklärt Anna-Maria Högg, Bundesleiterin der Kolpingjugend.

Manuel Hörmeyer, ebenfalls Mitglied der Bundesleitung, ergänzt im Hinblick auf das anstehende Wahlprogramm der AfD: »Bisher hat die AfD weder in ihrem Grundsatzprogramm noch durch die diversen Aussagen ihrer Vertreter Anlass zu der Annahme gegeben, dass sie ihrem Wahlprogramm einen weltoffenen Anstrich verpassen wird.« Es stehe vielmehr zu befürchten, dass sie ihre radikalen Positionen im Hinblick auf die Bundestagswahl weiter zementiere.

Die Kolpingjugend, deren Mitglieder auf Basis der christlichen Gesellschaftslehre für eine offene und solidarische Gesellschaft eintreten, sieht bisher unumstößliche Prinzipien und Überzeugungen gefährdet. Insbesondere in Fragen von Religionsausübung über die christlichen Kirchen hinaus, Integration und Zuwanderung, Europa, Geschlechtervielfalt und den Wehrdienst hat die Kolpingjugend grundsätzliche Unterschiede zum Grundsatzprogramm der AfD ausgemacht. Auf ihrer Bundeskonferenz im März wurde infolge einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Grundsatzprogramm der AfD ein politischer Beschluss gefasst, in dem die Kolpingjugend die extremen Positionen der AfD aufzeigt und diese kritisiert.

»Wir glauben an den unschätzbaren Wert von kultureller Vielfalt und fürchten keine schleichende Islamisierung unserer Gesellschaft«, konkretisiert Bundesleiter Peter Schrage im Hinblick auf die Positionierung der AfD zur Rolle des Islam in Deutschland. »Pauschale Verurteilungen von Menschen sind unangebracht und entsprechen nicht dem christlichen Menschenbild.«

Mit Verweis auf ihre Leitsätze und den Beschluss zum Grundsatzprogramm der AfD ruft die Kolpingjugend dazu auf, »jeden Menschen in seiner Einzigartigkeit anzunehmen, jeden Menschen mit seinen Potentialen und Talenten als Geschöpf Gottes zu betrachten«