Katalonien: »Wählern wurde die körperliche Integrität nicht garantiert«
Geschrieben von Zeitpunkt am 02. Oktober 2017 um 12:48:24

Marie Kapretz
Vertreterin der Regierung Kataloniens in Deutschland

ZEITPUNKT-MAGAZIN - Sie fordert von der Europäischen Union, als Vermittler im Konflikt um das katalanische Unabhängigkeitsreferendum zu fungieren. Im Interview mit dem TV-Sender phoenix erklärte sie: »Europa ist für Katalonien der Garant der Einhaltung der demokratischen Spielregeln«. Demnach sei es wichtig, dass die katalanische Landesregierung zu Gesprächen eingeladen werde, nachdem vorangegangene Bemühungen »mit Madrid in den Dialog zu kommen« gescheitert seien.


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Marie Kapretz, Vertreterin der Regierung Kataloniens in Deutschland

ZEITPUNKT-MAGAZIN - Sie fordert von der Europäischen Union, als Vermittler im Konflikt um das katalanische Unabhängigkeitsreferendum zu fungieren. Im Interview mit dem TV-Sender phoenix erklärte sie: »Europa ist für Katalonien der Garant der Einhaltung der demokratischen Spielregeln«. Demnach sei es wichtig, dass die katalanische Landesregierung zu Gesprächen eingeladen werde, nachdem vorangegangene Bemühungen »mit Madrid in den Dialog zu kommen« gescheitert seien.

Zur Frage über die Gültigkeit des Votums, äußerte sich Kapretz kritisch zu den Polizeieinsätzen seitens der spanischen Regierung. Durch die Beschlagnahmung der Stimmzettel und Urnen sowie die Auflösung von unabhängigen Wahlkommissionen, sei den Wählern »ihre körperliche Integrität nicht garantiert«. Somit seien »keine normalen Umstände für ein Referendum« gegeben. Dennoch, betont sie, sei es wichtig, das Ergebnis anzuerkennen. »Es gibt den Auftrag der Wähler ein Referendum auszuführen. Die Wahlen, in denen es zu diesem Ergebnis kam, wurden niemals angefochten. Deswegen ist dieser Wählerauftrag gültig«, so Kapretz. Kritik zu möglichen wirtschaftlichen Konsequenzen im Falle der Loslösung, weist sie zurück. Aufgrund der starken Industrie, insbesondere im Bereich des Exports und der Investition, erwartet Kapretz, dass die Unabhängigkeit sich auf die katalonische Wirtschaft nicht negativ auswirken werde.
(Quelle: Phoenix)