»Athleten Deutschland« eine Zäsur im deutschen und internationalen Spitzensport
Geschrieben von Zeitpunkt am 16. Oktober 2017 um 11:30:46

Deutscher Olympischer Sportbund ein reiner Verein von Funktionären ohne die Athleten

ZEITPUNKT-MAGAZIN - In Köln diskutieren Athletinnen und Athleten der Sportverbände darüber, eine vom Deutschen Olympischen Sportbund unabhängige Interessenvertretung zu gründen. Es wäre eine Zäsur im deutschen und internationalen Spitzensport.


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Deutscher Olympischer Sportbund ein reiner Verein von Funktionären ohne die Athleten

ZEITPUNKT-MAGAZIN - In Köln diskutieren Athletinnen und Athleten der Sportverbände darüber, eine vom Deutschen Olympischen Sportbund unabhängige Interessenvertretung zu gründen. Es wäre eine Zäsur im deutschen und internationalen Spitzensport.

Darum geht es: Ziel des unabhängigen Vereins «Athleten Deutschland« ist eine professionellere Vertretung von Sportlerinnen und Sportler. Denn während des russischen Dopingskandals habe man sich maßlos überfordert gefühlt habe, so Athletensprecher Max Hartung.

Der Deutsche Olympische Sportbund hält wenig von den Plänen der Athleten. Deshalb verschickten der Präsident des Dachverbandes, Alfons Hörmann, und sein Vorstandsvorsitzender Michael Vesper am 12. Oktober einen Brief an die einzelnen Sportverbände, der dem Deutschlandfunk vorliegt. Darin scheinen die DOSB-Spitzen zu versuchen, einen Keil zwischen die selbstbewussten Athletinnen und Athleten und ihre Mitgliedsverbände treiben zu wollen. Zu den Kosten für die neue Athletenvertretung von 300.000 bis 400.000 Euro pro Jahr für drei Mitarbeiter und Büroräume heißt es in dem Schreiben:

»Wir haben keine Informationen darüber, aus welchen Mitteln diese Kosten finanziert und wofür sie verwendet werden sollen und ob diese ggf. andere Bereiche der Sportförderung negativ tangieren würden.«

Das kann man als indirekte Drohung interpretieren, dass nämlich die Verbände dann die Kosten tragen müssten. Dabei hatten die Athletensprecher unter anderem im Deutschlandfunk deutlich gemacht, dass man nach Vorgesprächen auf finanzielle Unterstützung des Innenministeriums hoffe.

Ein Jahr lang haben die Vorbereitungen für die Vereinsgründung gedauert. Schon damals wurde der DOSB informiert, ihm ein erster Satzungsentwurf zugesandt. Hinter »Athleten Deutschland« steckt der Versuch der Spitzensportlerinnen und Sportler, vom DOSB unabhängig zu werden, um gegenüber dem Dachverband die eigenen Anliegen auf Augenhöhe vertreten zu können, so die stellvertretende Athleten-Sprecherin Silke Kassner: »Einfach um den Sport auch in Zukunft für die Athleten mitgestalten zu können«.

Der DOSB sieht keine Notwendigkeit für eine unabhängige Athletenvertretung. In seinem Schreiben an die Mitgliedsverbände heißt es, die Sportlerinnen und Sportler würden durch die Athletenkommission des DOSB schon auf Augenhöhe wahrgenommen.
Quelle: Deutschlandfunk