Riesige Selbstmordrate
in der türkischen Armee

Geschrieben von Zeitpunkt am 10. Januar 2018 um 09:54:56

ZEITPUNKT-MAGAZIN - In den vergangenen zehn Jahren begingen laut einem Bericht der Menschenrechtskommission 934 Armeeangehörige in der Türkei Selbstsmord (Stand 2012). Statistisch gesehen bringt sich demnach jeden vierten Tag ein türkischer Soldat um. Bei den andauernden Kämpfen gegen die terroristische PKK kamen im selben Zeitraum 818 Soldaten ums Leben.


Erweiterte News

ZEITPUNKT-MAGAZIN - In den vergangenen zehn Jahren begingen laut einem Bericht der Menschenrechtskommission 934 Armeeangehörige in der Türkei Selbstsmord (Stand 2012). Statistisch gesehen bringt sich demnach jeden vierten Tag ein türkischer Soldat um. Bei den andauernden Kämpfen gegen die terroristische PKK kamen im selben Zeitraum 818 Soldaten ums Leben.

Seit die Menschenrechtskommission diese Zahlen im türkischen Parlament bekannt gemacht hat, ruft die Armeeführung zum bessern Umgang mit Untergebenen auf. Die Selbstmorde werden vor allem unter Rekruten verzeichnet, wie die Vereinigung »Soldatenrechte«, die von ehemaligen Soldaten gegründet wurde, berichtet. 47 Prozent der Rekruten klagen demnach über schwere Beleidigungen durch Vorgesetzte, 39 Prozent über Schläge und 16 Prozent berichten von extrem körperlichen Anstrengungen, die befohlen würden. 15 Prozent klagen über keine ausreichende medizinische Versorgung.

Initiative »Enger Freund«
Inzwischen hat der Generalstab die Initiative »Enger Freund« gestartet. Soldaten sollen sich besser umeinander kümmern. In jeder Rekrutengruppe soll ein »Enger Freund« beobachten, wer eventuell selbstmordgefährdet sein könnte. Außerdem wurden von der Armee eigene Psychiater mobilisiert. Inzwischen habe sich die Selbstmordrate verringert, wird berichtet.

Die Türkei bezeichnet ihre Armee als die größte nach den USA mit 720.000 Angehörigen. Allerdings sind davon etwa eine halbe Millionen Rekruten und Unteroffiziere mit Zeitverträgen. Die Berufssoldaten werden mit 210.000 beziffert. JR