Zum Tod des Musikers und KZ-Überlebenden Heinz Jakob »Coco« Schumann
Geschrieben von Zeitpunkt am 29. Januar 2018 um 15:06:35

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller

ZEITPUNKT-MAGAZIN - »Das Leben Coco Schumanns unter der NS-Diktatur war ein Martyrium. Dafür stehen allein schon die drei Etappen seiner Verfolgung Theresienstadt, Auschwitz-Birkenau und Kaufering. Der geborene Berliner, Sohn einer jüdischen Mutter und geniale Unterhaltungsmusiker hat die Verfolgungs- und Vernichtungsmaschinerie der Nationalsozialisten überlebt. Als Zeitzeuge hat er nach langem Zögern doch begonnen, jüngeren Menschen davon zu berichten.


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Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller

ZEITPUNKT-MAGAZIN - »Das Leben Coco Schumanns unter der NS-Diktatur war ein Martyrium. Dafür stehen allein schon die drei Etappen seiner Verfolgung Theresienstadt, Auschwitz-Birkenau und Kaufering. Der geborene Berliner, Sohn einer jüdischen Mutter und geniale Unterhaltungsmusiker hat die Verfolgungs- und Vernichtungsmaschinerie der Nationalsozialisten überlebt. Als Zeitzeuge hat er nach langem Zögern doch begonnen, jüngeren Menschen davon zu berichten.

Mit ihm ist wieder ein authentischer Zeuge des Holocaust von uns gegangen, und wir müssen mit Trauer und mit Bedauern auch am heutigen Tag wieder feststellen, dass die Generation derer, die das Grauen des Dritten Reiches erlebt und erlitten haben, immer kleiner wird.«

Der Regierende Bürgermeister weiter: »Uns bleibt die Aufgabe, mit der Geschichte des Nationalsozialismus und des Holocaust, mit dem immer wieder aufkommenden Antisemitismus, mit Rassismus und Fremdenfeindlichkeit fertig zu werden und diese menschenverachtenden Tendenzen zu bekämpfen. In nicht allzu ferner Zukunft müssen wir dieser Aufgabe ganz ohne diese Zeugen gerecht werden. Das sind wir Menschen wie Coco Schumann schuldig, aber auch uns selber und nachfolgenden Generationen. Toleranz, Offenheit und Humanität sind Grundfesten demokratischer Freiheit und rechtstaatlichen Zusammenlebens, und zwar für uns alle, egal welcher Herkunft und welchen Glaubens, welcher Überzeugungen und welcher Orientierung jede und jeder von uns auch immer sein mag.«

Müller: »Dem Leben und der Arbeit Coco Schumanns gerecht zu werden, das fordert uns dazu auf, ihn auch und vor allem als Musiker wahrzunehmen und ihn mit der Gitarre spielend in Erinnerung zu behalten. Er hat es in seiner Autobiografie geschrieben: ‚Ich bin Musiker, ein Musiker, der im KZ gesessen hat, kein KZler, der auch ein bisschen Musik macht.‘ Coco Schumann hat das Musikleben unserer Stadt geprägt, er war ein international renommierter Jazz-Gitarrist und ein leidenschaftlicher Musiker, den sein Publikum geliebt und verehrt hat. Auch dafür hat ihn seine Geburtsstadt Berlin 2008 mit dem Landesorden geehrt. Ich sage im Namen der Berlinerinnen und Berliner: Danke, Coco Schumann, danke für alles!«