Über 70 Berliner Clubs haben sich zusammengetan, um die AfD wegzubassen
Geschrieben von Zeitpunkt am 19. Mai 2018 um 13:29:45

Die rechtspopulistische AfD plant am 27. Mai einen Aufmarsch durch Berlin. Dagegen formiert sich Widerstand. Die Clubszene etwa ruft zu einer riesigen Party in Mitte auf!

ZEITPUNKT-MAGAZIN - Die Clubdichte in Berlin ist riesig, Tausende feiern hier jede Woche ausgelassen. Nun haben sich über 70 Clubs zusammengeschlossen, um am 27. Mai einmal nicht um Besucher*innen zu konkurrieren – sondern sich gemeinsam der AfD in den Weg zu stellen. Die rechtspopulistische Partei plant an diesem Tag gemeinsam mit der sogenannten Pegida einen großen Aufmarsch durch die Stadt. Dagegen formiert sich derzeit ein breiter Widerstand. Verschiedene Organisationen etwa rufen zu großen Gegendemonstrationen auf. Der Plan hat sich mittlerweile aus den politisch linken Kreisen heraus auch in die Feierszene durchgesprochen.


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Die rechtspopulistische AfD plant am 27. Mai einen Aufmarsch durch Berlin. Dagegen formiert sich Widerstand. Die Clubszene etwa ruft zu einer riesigen Party in Mitte auf!

ZEITPUNKT-MAGAZIN - Die Clubdichte in Berlin ist riesig, Tausende feiern hier jede Woche ausgelassen. Nun haben sich über 70 Clubs zusammengeschlossen, um am 27. Mai einmal nicht um Besucher*innen zu konkurrieren – sondern sich gemeinsam der AfD in den Weg zu stellen. Die rechtspopulistische Partei plant an diesem Tag gemeinsam mit der sogenannten Pegida einen großen Aufmarsch durch die Stadt. Dagegen formiert sich derzeit ein breiter Widerstand. Verschiedene Organisationen etwa rufen zu großen Gegendemonstrationen auf. Der Plan hat sich mittlerweile aus den politisch linken Kreisen heraus auch in die Feierszene durchgesprochen.

Für eine tolerante Gesellschaft
Dort möchte man seinen Teil zum Protest beitragen und unter dem Titel Afd wegbassen – Reclaim Club Culture against Nazis eine gigantische Party in Berlin-Mitte veranstalten, wo die AfD voraussichtlich durchmarschieren wird. In einer gemeinsamen Mitteilung schreiben die Clubbesitzer*innen: „Wir sind alles, was die Nazis nicht sind: Wir sind progressiv, queer, feministisch, antirassistisch, inklusiv, bunt und haben Einhörner.“ Der Plan der AfD sei hingegen, alle zu stigmatisieren, die nicht dazugehören sollen. Dieser Zustand, so die Meinung der Clubs, sei nicht tanzbar. Die Aktion ist vor allem als ein großes gemeinsames Fest für Menschenrechte und Offenheit gedacht.

in Sprecher des Kollektivs Bucht der Träumer, das auch an der Aktion teilnimmt, sagte zu ze.tt: „Wir möchten, dass unsere Gesellschaft offen und tolerant bleibt. Wir finden dass die Menschenrechte für alle gelten, egal wo sie geboren sind.“ Durch die AfD sähen sich die Clubs in ihrem kreativen Handeln bedroht, sagte ein Sprecher der Kultstätte Keller.

Nahezu alle großen und bekannten Clubs der Stadt sind als Unterstützer gelistet. Es kommen derzeit immer mehr dazu. Lediglich der berühmteste unter ihnen, das Berghain, hat die Teilnahme bislang nicht bestätigt.

Vereinzelt gibt es Kritik an der Aktion
Nicht alle sind mit der gemeinsamen Aktion der Clubs einverstanden. Einige werfen ihnen auf der Veranstaltungsseite vor, dass sie sich auf eine Stufe mit den Rechtspopulist*innen stellen würden, indem sie diese kategorisch ausschließen. Zudem solle das Feiern in Berlin frei von Politik bleiben.

Von anderen User*innen wiederum werden diese Aussagen kritisiert: Es sei wichtig, sich den erstarkenden Rechten entgegenzustellen. Der Keller-Sprecher dazu: „Wir verstehen uns als integrative Organisation, die Ort und Schutz für Vielfalt und Diversität bietet. Daher fühlen wir uns verpflichtet, der entgleisten Propagandakultur von AfD und Pegida gemeinsam mit allen Gleichgesinnten ein Zeichen für kulturelle Vielfalt in unserer Stadt entgegen zu setzen.“

Aufruf
Für Sonntag, den 27. Mai 2018 planen die Nadelstreifen-Nazis der AfD und die Deutschländerwürstchen von Pegida einen Großaufmarsch in Berlin-Mitte. Dagegen erhebt sich die ganze Berliner Stadtgesellschaft – und mit ihr die Club- und Open Air-Szene.

Kein Dancefloor für Nazis
Berlins Clubkultur ist alles, was die Nazis nicht sind und was sie hassen: Wir sind progressiv, queer, feministisch, antirassistisch, inklusiv, bunt und haben Einhörner. Auf unseren Dancefloors vergesellschaften sich Menschen mit unbegrenzten Herkünften, vielfältigsten Begehren, wechselnden Identitäten und gutem Geschmack. Demgegenüber verkörpern AfD und Pegida ein repressives, heteronormatives, antifeministisches und rassistisches Bild von Gesellschaft. Ihr Ziel ist die völkische Formierung, die Rekonstituierung nationalistisch-homogener Staaten und die Stigmatisierung von allen, die nicht dazugehören sollen.

Sie wollen am 27. Mai ihre menschenfeindliche Ideologie zum Kanzlerinnenamt tragen, um den Druck von Rechtsaußen aufrechtzuerhalten und zu verstärken. Sichtbare Merkmale dieser Strategie sind die Verschärfungen der Regierungspolitik gegen Geflüchtete, die Aufrüstung der sog. Inneren Sicherheit und – als Gipfel der Geschmacklosigkeit – das Heimatministerium. Dieser Zustand ist nicht tanzbar. Deshalb wird unsere Party ihren Aufmarsch crashen. Wir laden die Berliner Feierszene zur Afterhour - den AfD-Aufmarsch wegbassen!

Kommt am 27. Mai 2018 nach Berlin-MItte oder macht Euer eigenes Ding mit oder ohne Soundsystem.