Abendessen oder Abendbrot?

ZEITPUNKT - Seitdem wir nicht mehr essen um zu Überleben, sondern uns den Luxus leisten, gegen das Übergewicht zu kämpfen quält uns die ewige Frage: Was ist gesünder? Das üppige Dinner oder das spartanische Abendbrot? Doch gemeint ist hier eigentlich das Abendessen. Trotzdem lohnt es, sich darüber Gedanken zu machen, was wir grundsätzlich zu uns nehmen sollten.

Die Meinungen darüber sind so unterschiedlich wie es Varianten von Abendessen gibt. Ob kalt oder warm, ob vegetarisch oder “fleischlich”. Jeder hat so seine Philosophie, seine Erfahrungen oder seine Geschmacksrichtungen. Wieso wir immer eine Formel dafür suchen, für das, was wir essen sollen, können oder dürfen, liegt ja ganz offensichtlich vor allem daran, dass wir unsere eigenen Bedürfnisse kaum noch kennen und die Auswahl wie auch die Versuchung riesig ist.

Nach einem langen Arbeitstag
Hektische Arbeitstage führen dazu, dass wir oft gezwungen sind, unkontrolliert zu essen. Treffen mit Geschäftsfreunden zum Essen, zum Brunch, zum Lunch lässt uns den Überblick verlieren. Wir wissen nicht mehr genau, wann wir eigentlich Hunger haben, können uns manchmal gar nicht mehr erinnern, was wir überhaupt gegessen haben. Die Kilos auf der Waage erinnern uns dann wieder daran, dass täglich mehr zusammen kommt, als uns bewusst ist. 

Wer nach einem solch langen Arbeitstag endlich zu Hause ist, möchte sich gemütlich hinsetzen, mit einem oder auch zwei Glas Wein und einem schönen Essen runterkommen. Wer aber tagsüber wenig gegessen hat, neigt dazu, sich abends ordentlich was zu gönnen. Wer aber das Gefühl hat, tagsüber bereits genug gegessen zu haben, macht den gleichen Fehler andersherum, er ißt nur noch wenig oder nur einen Salat. Beides ist falsch.

Ballaststoffe und ein paar Kohlehydrate
Abends sollte die Faustregel gelten: Ballaststoffe und einige Kohlehydrate. Wenig Fett und wenig Süßes. Wer abends gerne warm isst, dem ist mit gedünstetem Gemüse, Fisch oder Fleisch mit Nudeln oder Kartoffeln der beste Ratschlag erteilt. Wer nicht mehr kochen möchte, kann sich genauso ernährungstechnisch wertvoll mit Vollkornbrot und Käse oder Wurst behelfen. Wenn er dann dazu noch ein bisschen Obst oder Salat zu sich nimmt – perfekt!

Falsch: auf das Abendessen verzichten
Man hört es oft: “Ich esse abends nichts mehr”. Entweder gehen diese Leute sehr früh ins Bett oder sie essen andere Sachen, die um ein Vielfaches kalorienhaltiger sind, als ein vernünftiges Abendessen. Man spart keine Kalorien, wenn man sich hier und da noch “eine Kleinigkeit” zu Gemüte führt, das Gegenteil ist der Fall. Vor allem Süßes macht ja nicht wirklich satt. Es jagt nur den Blutzuckerspiegel hoch und suggeriert auf diese Weise ein Sättigungsgefühl, das aber nicht lange anhält. Der Blutzuckerspiegel sinkt genauso schnell wie er steigt. Um mit einem wohligen Bauchgefühl ins Bett zu gehen, sind ein paar Trockenfrüchte, Joghurt mit Müsli oder auch eine Scheibe Brot mit etwas Butter und Käse die beste Lösung.

Nicht nur abends: kleine, aber hochwertige Häppchen
Letztlich kommt es darauf an, wieviele Kalorien der Körper im Laufe eines Tages zugeführt bekommt. Wir sollten jedoch darauf achten, dass wir ihn dann mit wertvollen Kalorien speisen, wenn wir auf unsere Konzentrationsfähigkeit angewiesen sind. Deshalb gilt vor allem tagsüber die Faustregel: je brennstoffreicher die zugeführten Kalorien tagsüber sind, umso weniger überfällt uns der Heißhunger. Also auch für Salatfans und Vegetarier gilt: Neben Gemüse oder Rohkost immer auch an die Ballaststoffe denken.

Juliane Roth

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