Leihmutterschaft:
Ein schwieriges Thema in Deutschland

Leihmutterschaft:Ein schwieriges Thema in Deutschland
Foto: eltern t-online.de

ZEITPUNKT Schwierig, manchmal sogar dramatisch gestaltet sich das Ergebnis eines verwirklichten Kinderwunsches, wenn das Kind von einer Leihmutter im Ausland ausgetragen wurde. In Deutschland ist Leihmutterschaft verboten.

Ungewollt kinderlose und gleichgeschlechtliche Paare greifen immer häufiger auf die Möglichkeit zurück, durch eine sogenannte Leihmutter ein Kind austragen zu lassen. Ob hier eine “natürliche Ordnung” aufgebrochen wurde, wie Roland Kipke vom Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaft in Tübingen einmal im “Schwäbischen Tageblatt” zitiert wurde, diese Entscheidung sollte jedem selbst überlassen werden. Schwierig wird es jedoch, wenn Kinder im Ausland geboren wurden und in Deutschland nicht als leibliche Kinder der Wunscheltern anerkannt werden und somit auch keine deutsche Staatsbürgerschaft bekommen.

Leihmutterschaft ist in Deutschland illegal und gesetzlich verbogen. In einigen Ländern der EU, wie beispielsweise Belgien, Spanien, den Niederlanden und Griechenland ist die Leihmutterschaft grundsätzlich erlaubt. Allerdings sollten die vor Ort geltenden Rechtsbestimmungen bedacht werden. In den USA ist Leihmutterschaft in einigen Bundesländern erlaubt. So können Verträge über Agenturen abgeschlossen werden, die dann auch bei der Einbürgerung des Kindes im jeweiligen Land der Wunscheltern behilflich sind. Auch Israel geht mit diesem Thema locker um.

Gut überlegen und noch besser informieren
Was aber passiert, wenn man sich nicht genügend informiert hat, das Kind zur Welt gebracht wurde und es Schwierigkeiten mit der Einbürgerung gibt? Das Auswärtige Amt (AA) schreibt deutlich auf seiner Website, dass die Mutter eines Kindes nach deutschem Recht die Frau ist, die es geboren hat. Also die Leihmutter und nicht die Wunschmutter. Weder könne die Mutterschaft der Frau, die das Kind geboren habe, angefochten noch könne über diese Mutterschaft per Vertrag disponiert werden. Daraus folgt, dass deutsche Stellen die rechtliche Wertung einer ausländischen Geburtsurkunde, aus der die Wunschmutter als rechtliche Mutter hervorgeht, nicht übernommen werden kann. So kann folgerichtig die deutsche Wunschmutter ihre deutsche Staatsangehörigkeit nicht an das Kind veritteln, da sie rechtlich gar nicht mit dem Kind verwandt ist.


Das gleiche gelte auch für den “Wunschvater”, heißt es beim AA . Weder durch Vertrag über eine Leihmutterschaft noch aus einer ausländischen Geburtsurkunde, in der er als Vater eingetragen ist, kann er demnach nach deutschem Recht seine Vaterschaft begründen. Falls jedoch die Leihmutter nicht verheiratet ist und der Wunschvater mit Zustimmung der Leihmutter die Vaterschaft formwirksam anerkennt, könne laut AA unter dieser Voraussetzung die rechtliche Abstammung vom deutschen genetischen Vater hergestellt werden. Wenn also eine rechtswirksame Abstammung von einem deutschen Elternteil vorliegt, kann das Kind die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten. Aber erst nach Ausstellung seiner Ausweispapiere ist eine Ausreise nach Deutschland möglich.

Es gibt genügend Beispiele, bei denen Eltern ihre durch eine Leihmutter ausgetragenen Kinder wegen unklarer Rechtslage nicht aus dem Land bekamen, in dem es geboren wurde. So berichtete der “Spiegel” bereits vor fast zwei Jahren von einem deutschen Ehepaar, das seine dort geborenen Zwillinge nicht mit nach Deutschland nehmen konnte. Der Vater saß mit seinen Kindern mehr als zwei Jahre in Indien fest, weil die Rechtslage nicht geklärt werden konnte. Die Kinder hatten weder indische noch deutsche Papiere. Im schlechtesten Falle bleibt dann nur der Weg einer Adoption. ck

Kommentare

#1 | Bianca , 15. August 2013 um 12:37:39 (N/A)
Mein Mann ist 47, ich bin 45, wir brauchen eine Leihmutter und Eizellspenderin um das Kind zu bekommen, anders geht leider nicht. Dafür sind wir nach Spanien geflogen und nach fünf Versuchen haben aufgegeben. Doch letztlich habe ich einen Artikel gefunden http://newseurope.info/?p=12513, wo steht das Spanien die Eizellen von Spenderinnen einfrieren lässt und deswegen bringt die Befruchtung von aufgetauchten Eizellen minimale Resultat. Steht auch das in der Ukraine es ist umgekehrt, da die Kliniken verwenden frische Eizellen. Ich glaube es lohnt sich für noch einen Versuch in der Ukraine.
#2 | Klara , 03. September 2013 um 13:00:31 (N/A)
Wir haben in Spanien Eizellspende versucht. Es hat nicht geklappt. Sechs Versuche, ist schon nicht wenig. Vor zwei Monaten waren wir in der Ukraine, bin jetzt schwanger. Ich möchte sagen, dass es alles so ist wie es in den Artikel http://newseurope.info/?p=12513 steht. Bei der Befruchtung in der Ukraine verwenden sie nur die frische Eizellen, die Eizelle wird am Tag der Punktion befruchtet. Nach dem zweiten Versuch bin ich schwanger geworden. Ukraine kann man als ein entwickeltes Land nicht bezeichnen, doch gerade in der Ukraine haben wir unseren Kinderwunsch erfüllt.

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