Polizeibrutalität nicht nur in der Türkei,
sondern auch in Brasilien

Polizeibrutalität nicht nur in der Türkei,sondern auch in Brasilien
Dilma Rousseff

ZEITPUNKT - Die sozialen Proteste in Brasilien weiten sich immer mehr aus. Etwa eine Million Menschen gingen in der Nacht zum Freitag in etwa 100 Städten Brasiliens auf die Straße und forderten ein besseres Gesundheits- und Bildungssystem sowie ein Ende der Korruption. Häufig endeten die Demonstrationen in brutaler Gewalt durch die Polizei, wobei ein Mensch ums Leben kam und Hunderte verletzt wurden. Staatspräsidentin Dilma Rousseff sagte einen Staatsbesuch in Japan ab und berief ihr Kabinett zu einer Krisensitzung ein.

Wie in der Türkei ging die Polizei mit unvorstellbarer brutalster Gewalt gegen friedliche Demonstranten vor, alleine in Rio de Janeiro wurden 44 Menschen verletzt, in Brasília über 100. Die meisten von ihnen erlitten Verletzungen durch Gummigeschosse der Polizei oder hatten Atemwegsbeschwerden durch Tränengas-Granaten. Wie in der Türkei, beging die Polizei vorsätzliche Körperverletzung an unzähligen Menschen. Ein Teil der friedlichen Demonstranten wurde von der brutalen Polizei so provoziert, dass auch sie Gewalt anwendeten.

Die Brutalität der brasilianischen Polizei war unbeschreiblich, auch deswegen, da sie die Kontrolle über sich selbst verloren hatte, in Ribeirão Preto wurde ein 18-Jähriger getötet, und auch Pressevertreter wurden durch Gummigeschosse schwer verletzt.

Die Gründe für die Proteste liegen auf der Hand, denn die Kosten der großkotzigen Stadionbauten im ganzen Land haben sich in schwindelerregende Höhen bewegt – und das alles auf Kosten der Bevölkerung, der man die Steuern erhöhte in unzähligen Bereichen höhere Preise aufdrückte. Die Protestaktionen richten sich also gegen die enormen Regierungsausgaben, verbunden mit Korruption in allen Bereichen in Zusammenhang mit der Austragung der Fußballweltmeisterschaft 2014 und der Olympischen Spiele 2016. Die Regierung Rousseff hat jetzt ein Problem, denn sie kann nicht mehr schalten und walten wie sie gerne möchte. Bleibt zu hoffen, dass sich Rousseff nicht am Tyrannen Erdogan orientiert. hs

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