Chancengleichheit der Geschlechter und Lohngerechtigkeit? Weit gefehlt!

Chancengleichheit der Geschlechter und Lohngerechtigkeit? Weit gefehlt!

»Terre des Femmes« stellt ultimatives Experiment vor

ZEITPUNKT-MAGAZIN - »Terre des Femmes« beweist in einem weltweit einzigartigen Experiment mit Transgendern, die sich als Frau und als Mann auf ein und denselben Job bewerben: Tatsächlich bekommen Frauen bis zu 33 Prozent weniger Geld für die gleiche Arbeit. Eine unanständig hohe Differenz, die sogar die letzten statistischen Auswertungen von 21 Prozent in Deutschland übertrifft.

„Diesen Zahlen glauben sowieso nur wenige: KritikerInnen bemängeln unter anderem, dass sie sich auf grundverschiedene Personen mit unterschiedlichen Voraussetzungen beziehen“, erklärt die Bundesgeschäftsführerin von »Terre des Femmes« Christa Stolle. „Deshalb haben wir in unserem Gender Pay Gap-Experiment Transgender losgeschickt, um die Lohnlücke sichtbar zu machen, wo sie beginnt: im Vorstellungsgespräch!“ Und erbringen so den ultimativen Beweis.

Das Gender Pay Gap-Experiment: Dieselbe Person mit derselben Qualifikation bewirbt sich für denselben Job – einmal als Frau, einmal als Mann.
Drei Personen treten einmal als Mann, einmal als Frau im Bewerbungsgespräch um Jobs im Projektmanagement, als pharmazeutisch-technische/r Assistent/-in und im Fashion-Bereich an – mit gleichen Lebensläufen, Qualifikationen und in Grundzügen gleichen Persönlichkeiten. Alle drei keine SchauspielerInnen und in beiden Geschlechterrollen authentisch und echt: Iris P., die in der Öffentlichkeit als Frau und ihrer Familie gegenüber als Mann auftritt, stellte sich einmal als Dirk und einmal als Iris bei Unternehmen vor. Oliver Z., der im Alltag zwar als Mann auftritt, aber sich auch als Frau nicht verkleidet fühlt, war einmal Olivia und einmal Michael – und Leni W., die es gewohnt ist, im Alltag beide Geschlechterrollen zu leben, trat einmal als Anna-Lena und einmal als Leo auf.

Das Ergebnis – ein Skandal: Ein Mensch, zwei Gehälter
Versteckte Kameras filmten, wie PersonalerInnen Frauen im Gespräch unterschiedlich behandelten – insbesondere, wenn es um die Gehaltsverhandlung ging. Zum Teil waren bei Männern sogar Boni im Gespräch, die gegenüber den Frauen gar nicht erst erwähnt wurden.

„Das Gender Pay Gap-Experiment entlarvt die politischen Bemühungen der Gleichstellung der letzten Jahre. Frauen sind noch weit davon entfernt gleich behandelt zu werden. Die Politik muss endlich handeln und die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung fördern und gesetzlich verankern.“, sagt Stolle und ergänzt: „Jedes Unternehmen auf der Welt sollte zudem aus eigenem Interesse dazu beitragen, Gleichberechtigung umzusetzen – gerade auch dort, wo die Ungleichbehandlung anfängt – im Jobgespräch.“

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