Air-Berlin-Pleite:
Sachwalter-Einsatz brachte
Air-Berlin-Insolvenzverwalter Lucas Flöther 24 Millionen Euro

Air-Berlin-Pleite:Sachwalter-Einsatz brachteAir-Berlin-Insolvenzverwalter Lucas Flöther 24 Millionen Euro

Amtsgericht Charlottenburg legte die Vergütung für den kurzen Einsatz von Air-Berlin-Insolvenzverwalter Lucas Flöther als Sachwalter während der Eigenverwaltung fest

ZEITPUNKT-MAGAZIN - Gerade einmal sechs Monate, vom 15. August 2017 bis Mitte Januar 2018, war der Rechtsanwalt aus Halle, Lucas Flöther, als Sachwalter für die insolvente Air Berlin tätig; zunächst in vorläufiger, anschließend in endgültiger Funktion. Seine Aufgabe war es dabei unter anderem, die Geschäftstätigkeit und den Geschäftsführer zu kontrollieren und an das Gericht Bericht zu erstatten. Jetzt wird durch eine amtliche Veröffentlichung bekannt: Für diese Tätigkeit wurde ihm vom Amtsgericht Charlottenburg die stolze Summe von 24.395.000 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer zugesprochen – das entspricht einem Monatssalär von rund vier Millionen Euro.

Und damit noch nicht genug. Denn bei dieser Summe ist Flöthers abschließende Funktion und Vergütung als Insolvenzverwalter noch nicht inbegriffen und wird vom Amtsgericht noch separat abgeklärt. Zusätzlich machte der Jurist rund 799.037,86 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer an Auslagen für Zustellungen im Auftrag des Amtsgerichts Charlottenburg geltend – und erhielt sie ebenfalls bewilligt.

Die Vergütung, die ein Insolvenzverwalter erhält, ist gesetzlich geregelt und weitgehend gedeckelt. Das bedeutet, dass keine freie Honorarvereinbarung gilt, sondern in der Insolvenzverwalter-Verordnung die Bezahlung geregelt ist. Aus dem Beschluss des Berliner Amtsgerichts Charlottenburg geht hervor, dass Flöther allein über die Mindestsätze, die in der besagten Verordnung vorgesehen sind, rund 14 Millionen Euro erhalten würde. Allerdings wurde ein Abschlag beantragt und auch bewilligt, so dass der Regelsatz mit 11,9 Millionen Euro festgesetzt wurde.

Zuschläge in Serie
Der Jurist beantragte für seine Sachwalter-Aktivitäten allerdings auch einen Zuschlag in der Höhe von 105 Prozent. Begründet wurde dieser anderem mit umfangreicher Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, der Aufnahme eines Massekredits (150-Millionen-Darlehen der KfW-Bank, besser bekannt als „Staatskredit“), der Klärung von Arbeitnehmerangelegenheiten mehrerer Tausend Mitarbeiter sowie einem international geführten, „besonders aufwendigen“ Investorenprozess sowie die Vorbereitung einer übertragenden Sanierung.

Alles in allem würde ihm, so heißt es im Antrag Flöthers, gar ein Zuschlag von 175 Prozent zustehen. Wegen der vorzeitig beendeten Eigenverwaltung gab sich der Jurist aber mit einem geringeren Satz zufrieden und akzeptierte den ihm vom Amtsgericht Charlottenburg zugesprochenen Zuschlag von 105 Prozent. Das bedeutet in Euro: Zu den zuvor genannten 11,9 Millionen Euro kommen weitere 12,49 Millionen Euro dazu, so dass sich daraus für ihn eine Gesamtvergütung von 24.395 Millionen Euro zuzüglich Mehrwertsteuer und 799.037,86 Euro Auslagen-Erstattung ergibt – also mehr als 25 Millionen Euro für ein halbes Jahr Arbeit.  

Am 1. März dieses Jahres entschied das Amtsgericht Charlottenburg laut Veröffentlichung vom 4. März, dass es Lucas Flöther gestattet wird, die genannten Summen aus der Insolvenz-Masse der Air Berlin PLC & Co. Luftverkehrs KG zu entnehmen. Wichtig für Gläubiger: Der Beschluss des Gerichts ist noch nicht rechtskräftig; Gläubiger haben das Recht, binnen 14 Tagen Beschwerde beim genannten Gericht einzulegen. Kleiner Wermutstropfen: Laut Beschluss steht Gläubigern nur dann ein Beschwerderecht zu, wenn die Summe des Beschwerdegegenstands (Forderung oder Erstattungsanspruch) 200 Euro übersteigt.

Quelle: http://www.austrianaviation.net

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