Immer weniger bezahlbare Wohnungen
Geschrieben von Zeitpunkt am 10. Dezember 2012 um 22:18:35

ZEITPUNKTDer Präsident des Deutschen Mieterbundes, Franz-Georg Rips, warnte vor „dramatischen Zuständen“ auf dem Wohnungsmarkt. Groß- und Universitätsstädte steuerten auf eine „mittlere Katastrophe“ zu, und die Verteuerung der Wohnkosten treffe nicht nur Einkommensschwache, Rentner und Studenten.

Auch normal- und sogar viele gutverdienende Haushalte können das nötige Geld kaum noch aufbringen“, wird Rips zitiert. Hinzu komme die wachsende Altersarmut und er


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ZEITPUNKT / Der Präsident des Deutschen Mieterbundes, Franz-Georg Rips, warnte vor „dramatischen Zuständen“ auf dem Wohnungsmarkt. Groß- und Universitätsstädte steuerten auf eine „mittlere Katastrophe“ zu, und die Verteuerung der Wohnkosten treffe nicht nur Einkommensschwache, Rentner und Studenten.

Auch normal- und sogar viele gutverdienende Haushalte können das nötige Geld kaum noch aufbringen“, wird Rips zitiert. Hinzu komme die wachsende Altersarmut und er wies darauf hin, dass – wenn die Menschen künftig weniger Rente bekämen, aber immer höhere Wohnkosten zahlen müssten - sich „ein brandgefährlicher Zustand“ entwickele. Niemand solle diese soziale Sprengkraft unterschätzen.

Erste Proteste auf der Straße

Am vergangenen Samstag gingen in drei Großstädten einige Tausend Menschen auf die Straße, um gegen hohe Mieten und die Verdrängung von Mietern aus ihren Stadtteilen zu protestieren. Aus diesem Anlass richtete der Mieterbund-Chef einen dringenden Appell an die Politiker, schnellstens neue Wohnkonzepte zu entwickeln. Die Wohnungsfrage komme neben der Energiefrage bei der Bundestagswahl 2013 auf die Politiker zu.

Seine Kritik galt vor allem dem Verkauf kommunaler Wohnungsbestände an private Investoren, die oft aus dem Ausland kämen, um „schnelles Geld“ zu machen.

Laut einer Prognose des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) sollen auch 2013 Mieten und Wohnungspreise in den meisten deutschen Städten steigen. An der Spitze liegen Berlin, Hamburg, München und Frankfurt, hieß es dort. Weil die Kaufpreise für Eigentumswohnungen inzwischen sogar mehr stiegen als die Mieten, könnten spekulative Blasen entstehen, wird befürchtet.

Laut einer DIW-Studie legten Wohnungspreise in deutschen Großstädten in den vergangenen fünf Jahren jährlich um 6,5 Prozent zu. An der Spitze dabei stehe München. Dort würden die Preise doppelt so hoch wie im Durchschnitt liegen, in Berlin dagegen lagen sie bis 2010 im Schnitt, während sie seitdem stark angestiegen seien.

ck