Leihmutterschaft:
Ein schwieriges Thema in Deutschland

Geschrieben von Zeitpunkt am 09. Dezember 2012 um 20:19:43

ZEITPUNKT Schwierig, manchmal sogar dramatisch gestaltet sich das Ergebnis eines verwirklichten Kinderwunsches, wenn das Kind von einer Leihmutter im Ausland ausgetragen wurde. In Deutschland ist Leihmutterschaft verboten. Ungewollt kinderlose und gleichgeschlechtliche Paare greifen immer häufiger auf die Möglichkeit zurück, durch eine sogenannte Leihmutter ein Kind austragen zu lassen.


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ZEITPUNKT Schwierig, manchmal sogar dramatisch gestaltet sich das Ergebnis eines verwirklichten Kinderwunsches, wenn das Kind von einer Leihmutter im Ausland ausgetragen wurde. In Deutschland ist Leihmutterschaft verboten.

Ungewollt kinderlose und gleichgeschlechtliche Paare greifen immer häufiger auf die Möglichkeit zurück, durch eine sogenannte Leihmutter ein Kind austragen zu lassen. Ob hier eine “natürliche Ordnung” aufgebrochen wurde, wie Roland Kipke vom Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaft in Tübingen einmal im “Schwäbischen Tageblatt” zitiert wurde, diese Entscheidung sollte jedem selbst überlassen werden. Schwierig wird es jedoch, wenn Kinder im Ausland geboren wurden und in Deutschland nicht als leibliche Kinder der Wunscheltern anerkannt werden und somit auch keine deutsche Staatsbürgerschaft bekommen.

Leihmutterschaft ist in Deutschland illegal und gesetzlich verbogen. In einigen Ländern der EU, wie beispielsweise Belgien, Spanien, den Niederlanden und Griechenland ist die Leihmutterschaft grundsätzlich erlaubt. Allerdings sollten die vor Ort geltenden Rechtsbestimmungen bedacht werden. In den USA ist Leihmutterschaft in einigen Bundesländern erlaubt. So können Verträge über Agenturen abgeschlossen werden, die dann auch bei der Einbürgerung des Kindes im jeweiligen Land der Wunscheltern behilflich sind. Auch Israel geht mit diesem Thema locker um.

Gut überlegen und noch besser informieren
Was aber passiert, wenn man sich nicht genügend informiert hat, das Kind zur Welt gebracht wurde und es Schwierigkeiten mit der Einbürgerung gibt? Das Auswärtige Amt (AA) schreibt deutlich auf seiner Website, dass die Mutter eines Kindes nach deutschem Recht die Frau ist, die es geboren hat. Also die Leihmutter und nicht die Wunschmutter. Weder könne die Mutterschaft der Frau, die das Kind geboren habe, angefochten noch könne über diese Mutterschaft per Vertrag disponiert werden. Daraus folgt, dass deutsche Stellen die rechtliche Wertung einer ausländischen Geburtsurkunde, aus der die Wunschmutter als rechtliche Mutter hervorgeht, nicht übernommen werden kann. So kann folgerichtig die deutsche Wunschmutter ihre deutsche Staatsangehörigkeit nicht an das Kind veritteln, da sie rechtlich gar nicht mit dem Kind verwandt ist.


Das gleiche gelte auch für den “Wunschvater”, heißt es beim AA . Weder durch Vertrag über eine Leihmutterschaft noch aus einer ausländischen Geburtsurkunde, in der er als Vater eingetragen ist, kann er demnach nach deutschem Recht seine Vaterschaft begründen. Falls jedoch die Leihmutter nicht verheiratet ist und der Wunschvater mit Zustimmung der Leihmutter die Vaterschaft formwirksam anerkennt, könne laut AA unter dieser Voraussetzung die rechtliche Abstammung vom deutschen genetischen Vater hergestellt werden. Wenn also eine rechtswirksame Abstammung von einem deutschen Elternteil vorliegt, kann das Kind die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten. Aber erst nach Ausstellung seiner Ausweispapiere ist eine Ausreise nach Deutschland möglich.

Es gibt genügend Beispiele, bei denen Eltern ihre durch eine Leihmutter ausgetragenen Kinder wegen unklarer Rechtslage nicht aus dem Land bekamen, in dem es geboren wurde. So berichtete der “Spiegel” bereits vor fast zwei Jahren von einem deutschen Ehepaar, das seine dort geborenen Zwillinge nicht mit nach Deutschland nehmen konnte. Der Vater saß mit seinen Kindern mehr als zwei Jahre in Indien fest, weil die Rechtslage nicht geklärt werden konnte. Die Kinder hatten weder indische noch deutsche Papiere. Im schlechtesten Falle bleibt dann nur der Weg einer Adoption. ck