Kramp-Karrenbauer so stark wie Merkel -
Merz w├╝rde gegen Scholz verlieren -
Spahn derzeit chancenlos -
AfD nur noch bei 12 Prozent

Geschrieben von Zeitpunkt am 19. November 2018 um 09:54:30

Merz kommt bei jungen Wählern nicht an

ZEITPUNKT-MAGAZIN - Für den Erfolg der Parteien sind die jeweiligen Spitzenkandidaten von entscheidender Bedeutung. Im RTL/n-tv-Trendbarometer dieser Woche liegen zwei Frauen bei der "Kanzlerfrage" mit Abstand an der Spitze: Die meisten Deutschen würden sich im Fall einer Direktwahl immer noch für Angela Merkel entscheiden, gleichauf mit Annegret Kramp-Karrenbauer, ihrer Nachfolge-Kandidatin für den CDU-Vorsitz. Von den weiteren CDU-Kandidaten landet Friedrich Merz mit deutlich geringerem Zuspruch auf Platz 3, weit abgeschlagen ist Jens Spahn. 


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Merz kommt bei jungen Wählern nicht an

ZEITPUNKT-MAGAZIN - Für den Erfolg der Parteien sind die jeweiligen Spitzenkandidaten von entscheidender Bedeutung. Im RTL/n-tv-Trendbarometer dieser Woche liegen zwei Frauen bei der "Kanzlerfrage" mit Abstand an der Spitze: Die meisten Deutschen würden sich im Fall einer Direktwahl immer noch für Angela Merkel entscheiden, gleichauf mit Annegret Kramp-Karrenbauer, ihrer Nachfolge-Kandidatin für den CDU-Vorsitz. Von den weiteren CDU-Kandidaten landet Friedrich Merz mit deutlich geringerem Zuspruch auf Platz 3, weit abgeschlagen ist Jens Spahn. 

Würde Gesundheitsminister Spahn derzeit gegen SPD-Chefin Andrea Nahles antreten, käme er auf 19 Prozent, lediglich 5 Prozentpunkte mehr als Nahles mit 14 Prozent. Gegen Finanzminister Olaf Scholz käme Spahn nur auf 14 Prozent, 18 Prozentpunkte weniger als Scholz (32%). Auch Friedrich Merz würde gegen Olaf Scholz unterliegen - mit 32 gegenüber 36 Prozent. Nahles hingegen würde auch von Merz geschlagen, mit 36 gegenüber 23 Prozent. Annegret Kramp-Karrenbauer würde derzeit ähnlich gute Werte wie Angela Merkel erhalten. Sie läge mit 41 Prozent 15 Prozentpunkte vor Scholz (26%) und mit 48 Prozent sogar 33 Prozentpunkte vor Nahles (15%).

Angela Merkels Erfolg beruht vor allem auch auf dem großen Rückhalt bei den eigenen Anhängern. Kramp-Karrenbauer liegt auch hier mit der Kanzlerin fast gleichauf, das Ansehen von Merz ist deutlich schwächer. Nicht einmal ein Drittel der CDU-Anhänger würden derzeit einen Kanzlerkandidaten Spahn wählen. Egal, ob die SPD Andrea Nahles oder Olaf Scholz als Kanzlerkandidaten auf¬stellen würde - Kramp-Karrenbauer würde in jeder relevanten Wählergruppe weitaus besser abschneiden als die Sozialdemokraten und auch als ihr wichtigster Konkurrent um den CDU-Vorsitz, Friedrich Merz. Die stärksten Probleme hat Merz in der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen. Da liegt Scholz 31 Prozentpunkte vor ihm (47 gegenüber 16%), und auch Nahles schneidet hier besser ab (35 gegenüber 28%). Den stärksten Zuspruch hat Merz bei den Anhängern der AfD: 45 Prozent von ihnen würden Merz wählen, wenn Scholz der Gegenkandidat wäre, 51 Prozent, wenn er gegen Nahles anträte.

forsa-Chef Prof. Manfred Güllner gegenüber der Mediengruppe RTL: "Die Kanzlerkandidaten sind von großer Bedeutung für die Wahlentscheidung der Bürger. Deshalb sind die Werte der Kanzlerpräferenzen ein wichtiger Indikator für die Chancen der Parteien. Wenn Merkels Nachfolge als CDU-Chefin nach der Popularität der Kandidaten geregelt würde, wäre Kramp-Karrenbauer derzeit klare Favoritin."

Dubiose Parteispenden schaden der AfD
Da der monatelange Streit zwischen den Unionsparteien momentan überwunden zu sein scheint, stabilisiert sich die CDU/CSU: Im aktuellen RTL/n-tv-Trendbarometer gewinnt die Union gegenüber der Vorwoche einen Prozentpunkt (auf 28%). Die AfD verliert einen Prozentpunkt und liegt jetzt mit 12 Prozent unter ihrem Ergebnis bei der Bundestagswahl im September 2017. Bei allen anderen Parteien bleiben die Werte unverändert. Union und Grüne kämen derzeit bei Neuwahlen auf eine regierungsfähige Mehrheit von 51 Prozent.

forsa-Chef Prof. Manfred Güllner gegenüber der Mediengruppe RTL: "CDU/CSU profitieren zum einen von der Beendigung ihres von Horst Seehofer angezettelten Dauerstreits, zum anderen, weil die Europa- und Friedenspolitik, seit jeher ein zentrales Anliegen der Unionsparteien, derzeit mit dem Gedenken an das Ende des Ersten Weltkrieges bei den Bundesbürgern starke Beachtung finden. Die AfD dagegen bekommt die anhaltende Diskussion über rechtsradikale Strömungen in der Partei und Enthüllungen über dubiose Parteispenden zu spüren."

Bei einer Bundestagswahl ergäbe sich derzeit folgende Stimmverteilung: CDU/CSU 28 Prozent (Bundestagswahl 32,9%), SPD 14 Prozent (20,5%), FDP 9 Prozent (10,7%), Grüne 23 Prozent (8,9%), Linke 9 Prozent (9,2%), AfD 12 Prozent (12,6%). 5 Prozent würden sich für eine der sonstigen Parteien entscheiden (5,2%). 24 Prozent aller Wahlberechtigten sind derzeit unentschlossen oder würden nicht wählen (Nichtwähler 2017: 23,8%).