DBU: »Wir sind womöglich letzte Generation, die Umschwung noch schaffen kann!«

DBU: »Wir sind womöglich letzte Generation, die Umschwung noch schaffen kann!«

DBU-Kongress zum 25-jährigen Bestehen der DBU in Berlin - Appelle, entschlossen zu handeln

ZEITPUNKT-MAGAZIN - »Kleine, nationalstaatliche Strukturen sind wieder auf dem Vormarsch. Doch das kann nicht die Antwort auf die globalen Fragen wie Klimawandel und Armut sein. Was wir stattdessen brauchen, sind globale Kooperationen. Nur wenn wir gemeinsam an einem Strang ziehen, können wir die komplexen Aufgaben angemessen lösen, denn Umweltprobleme machen vor Staatsgrenzen keinen Halt.«

Diesen Appell richtete Dr. Heinrich Bottermann, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) im Radialsystem Berlin an Politik, Forschung, Wirtschaft und Gesellschaft. Aus Anlass ihres 25-jährigen Bestehens veranstaltete die DBU einen Kongress, in dem es um die Kernfragen ging, wie Innovationsprozesse gefördert und etabliert werden und einen Beitrag dazu leisten können, den Wandel hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft voranzutreiben. »Unsere Solidarität ausdehnen auf Menschen, die noch gar nicht geboren sind«

Prof. Dr. Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung und Träger des Deutschen Umweltpreises der DBU, forderte in seinem Vortrag zum Klimaschutz, alte Muster des Denkens aufzubrechen. In den letzten 120, 130 Jahren sei in Sachen Klimawandel ein klarer Trend nach oben zu registrieren. Davon, dass er eine Pause eingelegt habe, könne gar keine Rede sein. 2016 werde das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen sein, das Eis in Arktis und Antarktis habe einen historischen Tiefstand erreicht. Schellnhuber: »Es passiert etwas höchst dramatisches. Wir sind schon in eine Gruppe von Stop-Schildern hineingefahren und erleben einen Eingriff in die Schöpfung allererster Dramatik.«

Schellnhuber forderte einen Ausstieg aus der Kohle, die komplette Dekarbonisierung, weniger Individualverkehr und neue Methoden beim zukünftigen Städte- und Straßenbau. Wir brauchten Innovationen, müssten geeignete Infrastrukturen schaffen - und dabei alle Bevölkerungsschichten und Generationen mitnehmen.

Schellnhuber: »Wir müssen mitfühlen mit zukünftigen Generationen und unsere Solidarität ausdehnen auf Menschen, die noch gar nicht geboren sind.« Ein gestaltender Staat müsse das Heft des Handelns wieder in die Hand nehmen. Schellnhubers Schlussappell: »Die Intellektuellen in Deutschland müssen endlich Position beziehen.«

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