Kein Unfallversicherungsschutz bei erheblich längerer Umfahrung eines Staus

Kein Unfallversicherungsschutz bei erheblich längerer Umfahrung eines Staus

ZEITPUNKT-MAGAZIN - Wählt ein Arbeitnehmer nicht den direkten Weg, sondern ein achtmal längerer Weg nach Hause, liegt kein unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung stehender Wegeunfall vor. Dies geht aus einer Entscheidung des Sozialgerichts Osnabrück hervor.

Vom Kläger gewählter Weg nach Hause für Berufsgenossenschaft nicht nachvollziehbar

Die beklagte Berufsgenossenschaft lehnte die Anerkennung dieses Ereignisses als Arbeitsunfall mit der Begründung ab, dass der Kläger sich zum Unfallzeitpunkt nicht auf dem direkten Weg von seiner Arbeitsstätte befunden habe. Es sei nach ihren Ermittlungen zwar zutreffend, dass an dem Unfalltag auf der A 30 ein Stau gewesen sei. Jedoch sei der von dem Kläger gewählte Weg nach Hause verkehrsbedingt nicht nachzuvollziehen.

Vom Kläger gewählter Weg nach Hause für Berufsgenossenschaft nicht nachvollziehbar

Die beklagte Berufsgenossenschaft lehnte die Anerkennung dieses Ereignisses als Arbeitsunfall mit der Begründung ab, dass der Kläger sich zum Unfallzeitpunkt nicht auf dem direkten Weg von seiner Arbeitsstätte befunden habe. Es sei nach ihren Ermittlungen zwar zutreffend, dass an dem Unfalltag auf der A 30 ein Stau gewesen sei. Jedoch sei der von dem Kläger gewählte Weg nach Hause verkehrsbedingt nicht nachzuvollziehen.

Kläger verweis auf erheblichen Rückstau auf Straßen

Der Kläger wandte gegen diese Entscheidung ein, dass sich durch den Stau auf der Autobahn auch auf anderen Straßen ein erheblicher Rückstau gebildet habe. Er sei daher lediglich verkehrsbedingt einen Bogen gefahren, um nach Hause zu kommen.

SG verneint Unfallversicherungsschutz

Nach Durchführung einer mündlichen Verhandlung schloss sich das Sozialgericht Osnabrück der Einschätzung der beklagten Berufsgenossenschaft an. Zur Begründung führte das Gericht aus, dass der Kläger zwar grundsätzlich einer versicherten Tätigkeit nachgegangen sei, als er sich nach dem Ende seiner Arbeitszeit auf den Weg nach Hause machte. Jedoch habe der Kläger zum Unfallzeitpunkt keinen durch die Wegeunfallversicherung geschützten Weg mehr zurückgelegt. Es habe kein unmittelbarer Weg im Sinne des § 8 Abs. 2 Nr. 1 SGB VII vorgelegen. Denn der von dem Kläger gewählte Weg betrug beim Abweichen von dem direkten Weg nur noch ca. 550 m bis zu seinem Zuhause.

Bis zur Unfallstelle war der Kläger bereits 1,4 km weitergefahren. Wäre er seinem Vortrag entsprechend noch weitergefahren, hätte er insgesamt einen Weg gewählt, der mehr als achtmal so lang gewesen sei wie der normale restliche Heimweg. Zur Überzeugung des Gerichts haben für diesen längeren Weg keine Gründe vorgelegen, die es rechtfertigen würden, diesen unter den Schutz der Wegeunfallversicherung zu stellen.

© kostenlose-urteile.de (ra-online GmbH), Berlin 30.10.2019 - Quelle: Sozialgericht Osnabrück/ra-online (pm/kg)

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