Save the Children Deutschland e.V.:
Jeden Tag stirbt in Idlib ein Kind

Save the Children Deutschland e.V.:Jeden Tag stirbt in Idlib ein Kind

ZEITPUNKT-MAGAZIN In der nordwestsyrischen Provinz Idlib ist im vergangenen Jahr durchschnittlich jeden Tag ein Kind durch Kampfhandlungen getötet worden. Das ergibt eine Auswertung des Hurras Network, einer Partnerorganisation von Save the Children. Allein seit der jüngsten Eskalation der Gewalt im Dezember 2019 wurden 36 Kinder getötet und fast 300.000 Menschen in die Flucht getrieben.

Schon seit Ende April 2019 hatte es eine deutliche Zunahme der Kampfhandlungen in Idlib gegeben. Zwischen dem 30. April und dem 25. Juli wurden 90 Kinder getötet, bevor im August ein Waffenstillstand verkündet wurde.

"Für viele sind es nur Zahlen, aber für die betroffenen Familien sind es geliebte Kinder, deren Leben durch diesen brutalen Konflikt beendet wurde", sagt Sonia Khush, Leiterin der Nothilfeeinsätze von Save the Children in Syrien. "Dieser Konflikt verschont niemanden. Ein getötetes Kind pro Tag, das ist nicht hinnehmbar. Schon tausende Familien versuchen auch im neuen Jahr verzweifelt, der Gewalt zu entkommen", betont Sonia Khush.

"Sie fliehen ohne ein Ziel und nur mit dem Hab und Gut, das sie tragen können. Viele von ihnen sind nicht das erste Mal auf der Flucht. Save the Children ruft alle Konfliktparteien auf, diesen Krieg gegen Kinder zu beenden. Wir dürfen nicht zulassen, dass durch den Syrien-Konflikt die Verletzung von Menschenrechten und des internationalen Völkerrechts zur Normalität wird."

Die humanitäre Lage in Idlib verschlechtert sich auch durch das kalte und nasse Winterwetter. Hunderte Mädchen und Jungen, Frauen und Männer müssen unter diesen Bedingungen schutzlos auf der Straße übernachten, nachdem die Luftangriffe und die Kämpfe die Stadt Maarat Al Numan und die umliegenden Gebiete leergefegt haben. Viele versuchen in Moscheen, Lagerhallen und auf Hühnerfarmen unterzukommen.

Zwölf Flüchtlingslager im Nordwesten Syriens wurden in den vergangenen Wochen durch Starkregen überschwemmt, was es - zusammen mit dem Mangel an Treibstoff - für die Vertriebenen extrem schwierig macht, die Kälte zu bekämpfen. Save the Children und seine Partner helfen den Menschen in Idlib durch die Verteilung von Hygieneartikeln, Lebensmitteln und anderen Dingen des täglichen Bedarfs sowie durch Transporte aus den Konfliktgebieten heraus.

Zusatzinformationen:

- Zwischen dem 20. Dezember 2019 und dem 7. Januar 2020 wurden nach Angaben des Save the Children-Partners Hurras Network 36 Kinder in Idlib getötet, darunter 9 Kinder in der ersten Woche des Jahres 2020.
- Der Nordwesten beherbergt innerhalb Syriens die meisten Binnenvertriebenen, wobei die Hälfte der Bevölkerung mindestens einmal vertrieben wurde - einige im Laufe des Konflikts bis zu sieben Mal. Die meisten von ihnen leben heute in überfüllten Lagern und Unterkünften in ländlichen Gebieten, sie wissen nicht mehr, wohin sie fliehen können. Nahrung, Wasser und Medikamente sind knapp, zudem fehlt es an grundlegenden Dienstleistungen wie Schulen und Gesundheitsversorgung. 
- Save the Children unterstützt die Menschen im Nordwesten Syriens durch ein Netzwerk von Partnerorganisationen vor Ort. Ihre Arbeit umfasst den Betrieb von Kliniken für die medizinische Grundversorgung und einer Entbindungsklinik, Impf-und Ernährungssicherungsprogramme, die Unterstützung von Schulen sowie Kinderschutzmaßnahmen.

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