Tag der Pressefreiheit – Kein Tag zum Feiern

<center><b>Tag der Pressefreiheit – Kein Tag zum Feiern
Hendrik Werner

Kommentar von Hendrik Werner
(Weser-Kurier)

ZEITPUNKT-MAGAZIN – Hierzulande steht es gut um die Pressefreiheit. Die zugehörige Rangliste, die unlängst vorgestellt wurde, führt Deutschland unverändert auf dem 16. Platz. Was nicht bedeutet, dass dieser Mittwoch, Tag der Pressefreiheit, Anlass zum Feiern böte. Zum einen bietet das Land keinen angemessenen Whistleblower-Schutz. Zum anderen sind Journalisten auch hierzulande Drohungen ausgesetzt, wie die Organisation Reporter ohne Grenzen beklagt. Von der AfD lancierte Schmähungen wie »Lügenpresse« sind ein schleichendes Gift; zumal in einem so exponierten Wahljahr wie 2017.


Brexit: Wie weltfremd die Briten
dieser Tage auftreten

<center><b>Brexit: Wie weltfremd die Briten<br>dieser Tage auftreten
Eiserne Lady

Kommentar von Katrin Pribyl
(Weser-Kurier)

ZEITPUNKT-MAGAZIN – Bemerkenswert, wie weltfremd die Briten dieser Tage auftreten. Über Monate gifteten lautstarke Brexit-Anhänger über die EU, rümpften die Nase über die Gemeinschaft, die man gar nicht schnell genug verlassen könne. Premierministerin Theresa May beugte sich der Rhetorik und strebt einen harten Bruch mit Brüssel an. Jetzt, wo es ernst wird, scheinen viele mit den Reaktionen vom Kontinent nicht umgehen zu können. Als am Wochenende die übrigen 27 Mitgliedstaaten in ungewohnter Einigkeit ihre Leitlinien für die anstehenden Brexit-Verhandlungen beschlossen, wurde das auf der Insel scharf kritisiert - ganz nach dem Motto: Die EU bringt sich in Stellung gegen Großbritannien.


Zur Leitkultur-Debatte des Bundesinnenministers de Maizière:
Er hinkt hinterher

<center><b>Zur Leitkultur-Debatte des Bundesinnenministers de Maizière:<br>Er hinkt hinterher
EINER VON GESTERN

Kommentar Lausitzer Rundschau

ZEITPUNKT-MAGAZIN – Da läuft einiges schief in der Gedankenwelt von Bundesinnenminister de Maizière. Neben dem schnöden Tagesgeschäft aus Kriminalstatistik und schärferen Gesetzen hat der CDU-Politiker nun auch mal Grundsätzliches für eine Leitkultur in Deutschland angemerkt. Freilich ist de Maizière bisher noch nicht als großer Vordenker oder Philosoph in Erscheinung getreten. Eher als solider Sachverwalter seines Ressorts. Insofern verwundert es nicht, dass manche seiner Schlagworte und Einschätzungen wie aus dem Küchenlexikon für Anstand und Benehmen daher kommen.



Erdogan, ein Fall für den Psychiater: Nochmal um die 4000 Beamte
in der Türkei entlassen

<center><b>Erdogan, ein Fall für den Psychiater: Nochmal um die 4000 Beamte<br>in der Türkei entlassen
screenshot extra 3

Eine Bestandsaufnahme
von Eberhard Augenauf

ZEITPUNKT-MAGAZIN – Es scheint so, als wäre der Punkt erreicht, dass Erdogan seinen kompletten Verwaltungs-apparat abschaffen möchte. Seine Güllen-Phopbie ist ein Fall für den Psychiater und nicht für die Politik. Sein Verfolgungswahn führt dazu, dass die Türkei schon jetzt am Rande der Funktionsunfähigkeit steht. Und genau das ist sein Ziel! Seine korrupte Ministerriege mit all ihren Vasallen bauen an einem System, das letztendlich in einer Diktatur enden soll, die Erdogans Befehle umsetzen wird.


Das birgt gesellschaftlichen Sprengstoff - Soldat unter Terrorverdacht

<center><b>Das birgt gesellschaftlichen Sprengstoff - Soldat unter Terrorverdacht

Kommentar Lausitzer Rundschau

ZEITPUNKT-MAGAZIN – Ursula von der Leyen ist nicht zu beneiden. Gerade erst musste sich die Verteidigungsministerin wieder mit massiven Missständen in der Bundeswehr herumschlagen: Erniedrigungen von Soldaten durch Vorgesetzte bis hin zu sexuellen Belästigungen kosteten den zuständigen Chef-Ausbilder des Heeres den Job. Und demnächst könnten noch weitere Köpfe rollen. Denn der aktuelle Fall eines Offiziers, der als falscher Flüchtling lange Zeit ein Doppelleben führen konnte, bringt die Truppe erneut massiv in Verruf.


»Gaffer-Prozess« in Bremervörde

<center><b>»Gaffer-Prozess« in Bremervörde
Foto: ndr

Kommentar Westfalen-Blatt

ZEITPUNKT-MAGAZIN – Ums hässliche, die Opfer verachtende »Gaffen« ging es nun letztlich gar nicht im sogenannten »Gaffer-Prozess«. Denn - man glaubt es kaum - das Handy, mit dem der Angeklagte die Unfalltoten und Verletzten in Bremervörde vor knapp zwei Jahren fotografiert und gefilmt haben soll, wurde von den Ermittlern nie sichergestellt. Immerhin aber hat das tragische Unglück mit dem nachfolgenden Tumult den Blick auf ein Phänomen gelenkt, das Notfallhelfer in immer größerem Ausmaß beklagen: Neugierige behindern den Einsatz, schauen ungeniert zu, filmen mit Smartphones, werden handgreiflich, wenn ein Platzverweis erfolgt.


Den Grünen fehlt ein Gesicht –
und die Basis hat es so gewollt!

<center><b>Den Grünen fehlt ein Gesicht –<br>und die Basis hat es so gewollt!
Katrin Göring-Eckhardt

Kommentar von Eberhard Augenauf

ZEITPUNKT-MAGAZIN - In der Urabstimmung siegten zwei Gesichter, die so verbraucht sind, dass sie kaum noch wahrgenommen werden. Was nichts anderes heißt, dass die Wähler geradezu nach einem neuen Duo lechzen. Doch für einen neuen Aufbruch ist es wohl zu spät. Haben die Grünen noch vor Jahren die umweltpolitische Szene aufgemischt, sind sie heute eher unberechenbar, was am Beispiel der Koalitionsfrage deutlich wird. Die Grünen transportieren ein Bild der Beliebigkeit. Das kann tödlich sein.


Einfach mal die Klappe halten: Zur Festnahme nach Anschlag auf BVB-Bus

<center><b>Einfach mal die Klappe halten: Zur Festnahme nach Anschlag auf BVB-Bus
Foto: Brummi Online

Kommentar Lausitzer Rundschau

ZEITPUNKT-MAGAZIN – Eine Fußballmannschaft aus Gier und zur Gewinnmaximierung töten zu wollen, dürfte in der deutschen Kriminalgeschichte einzigartig sein. Was für ein Motiv. Was für ein Wahnsinn. Das ist aber nur eine Erkenntnis, die sich aus der jetzt erfolgten Festnahme im Fall des Anschlags auf den Bus der Dortmunder Mannschaft ziehen lässt. Die andere ist: Wieder einmal hat sich gezeigt, was in solchen Fällen die obersten Gebote sein müssen. Nämlich Ruhe zu bewahren, die Ermittler ihren Job machen zu lassen und nicht vorschnell zu urteilen. Einfach mal die Klappe halten. Vor allem in den sozialen Netzwerken.


»Wir stehen für ein Wir« - Die Kolpingjugend lehnt die Positionen der AfD ab

<center><b>»Wir stehen für ein Wir« - Die Kolpingjugend lehnt die Positionen der AfD ab

ZEITPUNKT-MAGAZIN – Der Bundesparteitag der Alternative für Deutschland (AfD) soll an diesem Wochenende ein Programm zur Bundestagswahl beschließen. Die Kolpingjugend nimmt dies zum Anlass, um auf ihren Beschluss »Wir stehen für ein Wir« hinzuweisen. In der Auseinandersetzung mit dem Grundsatzprogramm grenzt sie sich auf Basis des christlichen Leitbildes entschieden von den Positionen der AfD ab. 


Frauke Petry, aber auch die AfD entzaubert

<center><b>Frauke Petry, aber auch die AfD entzaubert

Kommentar »Mittelbayerische Zeitung«

ZEITPUNKT-MAGAZIN – Götterdämmerung bei der AfD: Noch im September sonnten sich die Rechtspopulisten im Umfragehoch von 16 Prozent. Ein halbes Jahr später ist der Traum, sich als neue Volkspartei zu etablieren, zerplatzt. Heillos zerstritten und in den Umfragewerten halbiert geht die Alternative für Deutschland in ihren Parteitag. Die Gründe für den Absturz sind hausgemacht. Der schmutzige Machtkampf an der AfD-Spitze und die unendliche Diskussion über extreme Rechte in der Partei beschädigen das Image schwer. Frauke Petry hat es nicht geschafft, den Thüringer Rechtsausleger Björn Höcke aus der Partei zu werfen.


»Mutter aller Bomben« - nun vergewaltigen die Krieger also auch noch die Poesie!

<center><b>»Mutter aller Bomben« - nun vergewaltigen die Krieger also auch noch die Poesie!

Gastkommentar von Konstantin Wecker

ZEITPUNKT-MAGAZIN – Liebe Freunde, Trump hat seit seinem Raketeneinsatz in Syrien gemerkt, dass ihm Krieg gute Presse bringt. In Afghanistan haben die USA nun erstmals ihre größte nicht-atomare Bombe eingesetzt. Die GBU-43 ist auch als »Mutter aller Bomben« bekannt. »Mutter aller Bomben« - nun vergewaltigen die Krieger also auch noch die Poesie. Was soll uns diese Metapher sagen? Sie soll uns wohl das Gefühl vermitteln, dass wir alle aufgehoben sind im Mutterschoße einer gigantischen Bombe, umsorgt von liebevollen mütterlichen Händen, behütet von ihren vernichtenden Explosionen. 


Doppelter Atomskandal –
Besonders Aachen ist bedroht:
Mit Unterstützung der Bundesregierung!

<center><b> Doppelter Atomskandal –<br>Besonders Aachen ist bedroht:<br>Mit Unterstützung der Bundesregierung!

Kommentar von Detlev Hüwel
(Rheinische Post)

ZEITPUNKT-MAGAZIN – In Deutschland sind sich alle einig, dass die maroden Atomreaktoren in Belgien abgeschaltet gehören. Im Block Tihange 2 wurden schon 2012 Tausende von Haarrissen entdeckt, doch die Anlage läuft immer noch. Tihange liegt nur knapp 70 Kilometer von Aachen entfernt. Bei einem größten anzunehmenden Unfall (GAU) könnte die Region unbewohnbar werden. Der typische Südwestwind würde die Radioaktivität weit nach NRW hereintragen; auch Köln und Düsseldorf blieben wohl nicht verschont.


Über den US-Bombenabwurf

<center><b>Über den US-Bombenabwurf
Gefährlicher Waffennarr

Kommentar von Thomas Spang 
(Weser-Kurier)

ZEITPUNKT-MAGAZIN – Der erstmalige Einsatz der größten konventionellen Bombe im US-Arsenal richtete sich vordergründig auf eine Taliban-Stellung in Afghanistan. Die ins Visier genommenen Höhlen mögen ein gutes Ziel für einen Test der »Mutter aller Bomben« gewesen sein. Militärisch handelte es sich um sehr großes Kaliber, das gegen Spatzen zum Einsatz kam. Doch bei dem Abwurf der 22000 Pfund schweren Bombe ging es noch um etwas anderes. Der politische Donner der Explosion der »Mutter aller Bomben« war bis nach Nordkorea zu hören.


Die Psyche des unberechenbaren
Jaroslaw Kaczynski

<center><b>Die Psyche des unberechenbaren<br>Jaroslaw Kaczynski
Jaroslaw Kaczynski

Kommentar von Ulrich Krökel
(Mittelbayerische Zeitung)

ZEITPUNKT-MAGAZIN – Politik gilt als rationales Geschäft von Profis. Wenn Gefühle ins Spiel kommen, dann vor allem die der Wähler. Populisten gelten als Meister der emotionalen Manipulation. Viel zu selten werden dagegen die psychischen Bedingungen analysiert, unter denen Politiker handeln. Eine solche Herangehensweise gerät schnell unter den Verdacht, selbst irrational zu sein, eher noch esoterisch.


Eine Frage der Disziplin: Mehr Bußgelder wegen Schulpflichtverletzung verhängt

<center><b>Eine Frage der Disziplin: Mehr Bußgelder wegen Schulpflichtverletzung verhängt

Kommentar von Matthias Bungeroth
(Neue Westfälische)

ZEITPUNKT-MAGAZIN – Der Lernerfolg von Schülerinnen und Schülern ist zu großen Teilen eine Sache der Disziplin. Sich auf einen Lernstoff konzentrieren und daran in Ruhe arbeiten zu können, ist zentral wichtig dafür, damit sich Mädchen und Jungen am Ende eines Schuljahres über gute Noten in Deutsch, Mathematik oder anderen Fächern freuen können. Aber auch die Einhaltung der in Deutschland geltenden Schulpflicht gehört dazu. So ist es für die meisten Schulen ein zunehmendes Ärgernis, wenn Eltern versuchen, ihre Kinder vorzeitig aus dem Unterricht zu nehmen, um ein oder zwei Tage eher auf die Urlaubsreise gehen zu können.


Donald Trump:
Keine Amateure mehr im Weißen Haus?

<center><b>Donald Trump:<br>Keine Amateure mehr im Weißen Haus?
screenshot youtube

Kommentar von Thomas Spang
(Mittelbayerische Zeitung)

ZEITPUNKT-MAGAZIN – Nach einer beispiellosen Serie an Pleiten, Pech und Pannen dämmert es dem Präsidenten, vielleicht, nicht das richtige Team an Bord geholt zu haben. Mit dem Einzug Donald Trumps und seinen Mannen ins Weiße Haus haben dort die Amateure übernommen. Angeführt von Stephen Bannon mangelt es diesen Weißgott nicht an Ambitionen. Glücklicherweise fehlt es aber an Kompetenz, deren radikale, national-chauvinistische Agenda in praktische Politik umzusetzen.


Eine herbe Niederlage:
Bundesrat lässt Pkw-Maut passieren

<center><b>Eine herbe Niederlage:<br>Bundesrat lässt Pkw-Maut passieren
Seehofers Wadenbeißer

Kommentar der »Lausitzer Rundschau«

ZEITPUNKT-MAGAZIN – Die Entscheidung des Bundes-rates, die Pkw-Maut passieren zu lassen, ist eine herbe Niederlage für die Bundesländer Saarland, Rheinland-Pfalz, NRW, Niedersachsen oder zuletzt auch Brandenburg, die sich so vehement gegen die Abgabe in der Dobrindt-Form ausgesprochen haben. Obendrein ist der Vorgang ein politisches Armutszeugnis für die Kritiker in den Ländern, weil sie nicht in der Lage gewesen sind, gerade angesichts knapper Stimmenverhältnisse im Bundesrat einen festen Block zu bilden, um die »Infrastrukturabgabe« in den Vermittlungs-ausschuss zu überweisen. Denn dort hätte man womöglich noch wichtige Korrekturen für die Grenzregionen herausholen können.